Juhu, endlich bin ich wieder dran! Ich habe die Nachrichten der letzten beiden, Fumi und New York, gelesen. Uff! Diese beiden Oldies sollten so gegen fünf ihr Abendessen kriegen und dann um sechs schlafen gehen. Aber nach dieser letzten Geschichte glaube ich fast, dass ich auf ewig die „Sprecherin“ des Hofes sein werde … Also los!
Das neueste Wunder – SerenataWie du dich vielleicht erinnerst, kam Serenata vor einem Monat zu uns. Wir hatten echt Zweifel, ob wir jemals eine Familie für sie finden könnten, denn sie war so schrecklich wütend. Wir alle hatten immer Angst vor ihr, wenn sie aus dem Stall kam – alle haben aufgehört zu reden und zu spielen. Aber mein „Stiefvater“ Luciano, der aus Brasilien kommt, arbeitete geduldig jeden Tag mit ihr weiter. Nach jeder Übungsstunde legte er seine Hand auf ihren Hals und erklärte ihr mit ruhiger Stimme, dass alles gut wird und dass sie keine Angst mehr haben muss, weil wir uns immer um sie kümmern werden. Aber statt ihm zuzuhören wendete sie immer ihr Gesicht ab.
Einige der Freiwilligen schüttelten den Kopf und rieten Luciano, er solle aufhören, weil Serenata ein hoffnungsloser Fall wäre. Doch Luciano lächelte nur. Und rate mal, was passiert ist! Heute ist Serenata ganz alleine hinter Luciano hergelaufen, ohne Halfter oder Seil! Wir alle waren echt erstaunt und haben uns sehr über diesen Fortschritt gefreut.
Sirius: Rettung eines schwer misshandelten PferdesDie Manieren von vielen frisch geretteten Pferden lassen leider oft zu wünschen übrig. Mal ehrlich: Viele führen sie sich echt furchtbar auf! Wenn sie hier ankommen, sind sie halb tot, abgemagert und voller Ungeziefer, und werden erst einmal von allen gehegt und gepflegt. Aber Dankbarkeit zeigen sie meistens keine!
Hierfür ist Serenata ein gutes Beispiel, und vor drei Wochen kam dann Sirius. Er zitterte so sehr, dass er kaum aufstehen konnte, denn sein ganzes Leben lang war er zwischen vier engen Wänden eingesperrt gewesen, der Sonne und dem Regen schutzlos ausgesetzt. Zu Fressen und Trinken gab es nur Schweinefutter und stinkendes, fauliges Wasser. Außerdem ist er auf einem Auge blind – er war an einem Nagel hängengeblieben und hatte eine schreckliche Entzündung. Auch an seine restlichen Körper hatte er schlimme Verletzungen. Er war so verängstigt, dass er seinen Kopf tagelang in einer Ecke versteckte und sich weigerte, sich zu bewegen. So zeigte er den Menschen, was er von ihnen hielt …
Jetzt, nachdem er ein paar Wochen lang mit Karotten, Leckerlis und viel Liebe verwöhnt wurde, hat Sirius seine Meinung offenbar geändert. Er macht jedes Mal Theater, wenn jemand an ihm vorbeigeht, ohne anzuhalten und ihm zu sagen, was für ein schönes Pferd er doch ist. Und für eine Karotte würde er fast alles tun. Im Ernst, ich bin echt versucht, ihm zu sagen: „Du bist ein Hengst, also benimm dich auch wie einer!“ Aber natürlich verstehe ich voll und ganz, dass das hier für ihn echt wie im Paradies ist.
Auf Wiedersehen, Brisa!Letzen Monat ist hier im Pferdeschutzhof leider auch etwas sehr Trauriges passiert. Auch das möchte ich gerne mit euch teilen, denn wir glauben, dass Liebe und Freundschaft nicht einfach verschwinden, wenn man voneinander getrennt wird – sei es durch die Entfernung, oder gar durch den Tod. Unsere kleine Freundin Brisa, das Frettchen, ist gestorben. Seit ihrer Rettung vor vier Jahren hatte Brisa bei uns gelebt, war immer überall herumgewuselt und hatte uns oft zum Lachen gebracht. Auf Wiedersehen, Brisa – wir werden dich vermissen!
Liebe Grüße von Reina